Es kommt beim Bergsteigen nicht auf neue Rekorde an. Sich der Natur auszusetzen ist alles.

Reinhold Messner

Im Schloss Juval im Schnalstal finden Sie alles, denn das Schloss Juval ist Wohnschloss, Museum, Bauernhof mit Laden, ein Restaurant und ein Weingut zugleich. Reinhold Messners Anwesen am Taleingang des Schnalstals ist auf alle Fälle ein Besuch wert. Im Gespräch mit Reinhold Messner konnten wir noch einige Geheimtipps abstauben.


Schloss Juval Ein Schloss, fünf Kontinente, Heilige Berge & Bergbauernvisionen

Ist es Zufall oder ein stiller Ruf? Im Innenhof vom Schloss Juval im Schnalstal wachsen starke Himalaya- Zedern. Ihre Anziehungskraft war für Extrembergsteiger Reinhold Messner wohl auch Impuls genug, um dem Schloss neuen Atem einzuhauchen. Wo der Vinschgau und das Schnalstal ineinander übergehen, flattern gelbe, rote Gebetsfahnen in der Sonne. Schloss Juval, eines der sechs Messner Mountain Museen, ragt dort auf einem kraftvollen Platz in den Himmel. Das Schloss sitzt auf einem grünen Felsen. Efeu wächst an den kurvigen Straßenrändern, umwuchert den Berg, die Mauern, den sonnengeschwärzten Balkon.

Schloss Juval © Karmen Nahberger

Messener Mountain Museum © Karmen Nahberger

Vor beinahe 35 Jahren erwarb und sanierte Reinhold Messner das Schloss Juval in aller Behutsamkeit. Heute ist es Teil des Visionsprojektes “Messner Mountain Museen” und birgt eine umfangreiche Tibetika Sammlung, Innenraumfresken aus der Renaissance, einen Tantra- und einen Expeditionsraum, Bilderwelten und eine Abenteuerbibliothek. Thema innen und außen- Die Magie der Berge.

Zum Museum

 

Schloss Juval wurde 1278, also im frühen Mittelalter, erstmals urkundlich erwähnt. Das Schloss gelangte in seiner Geschichte durch viele Hände- ein Zeitzeuge von Visionen und Anziehungskraft, Besitztümern, Verlusten und Wiederaufbau.

Schloss Juval Ansicht © Karmen Nahberger
Maske Schloss Juval © Karmen Nahberger

Ein steinerner Türwächter empfängt die Besucher am schmiedeeisernen Tor. In den Fenstern, stillen Nischen und in felsigen Buchten stehen Skulpturen aus Stein und Metall: Ganesha, der Elefantengott, Shiva tanzend im Strahlenkranz, steinerne Löwen, Kühe und Steinböcke. Masken, buddhistische und hinduistische Figuren aus aller Welt. Von einem kleinen Bergtierpark aus öffnet sich dann der Blick aufs Gehöft.

Denn weiter unten, am Hang des Juvaler Hügels, sitzen die Ortlhöfe. Sie gingen, nach der jahrelangen Aufbauarbeit am Schloss, in den Besitz des Schlossherrn über. Oberortl öffnet heute seine Türen auf einen Urlaub auf dem Bauernhof. Unterortl hat sich auf Weinbau und Obstbrände spezialisiert. Mit ihnen ist ein Vorzeigeprojekt des Selbstversorgertums entstanden.

Zum Weingut
Blick auf die Ortlhöfe vom Schloss Juval © Karmen Nahberger
Schloss Juval, Messner Mountain Museum © Karmen Nahberger

Gemeinsam mit dem Zirkulieren des Museumsbesucher, dem Direktverkauf im eigenen Bauernladen und den magischen Spuren aus der ganzen Welt entstand hier ein kreatives Rundummodell des Zusammenlebens und Berg-Bewirtschaftens.

„Der Bauer auf Unterotl hatte die Idee, sich auf Wein zu spezialisieren- ich habe das Projekt finanziell unterstützt. Oberortl selbst ist ein geschlossener Selbstversorgerhof. Da gehen maximal 5% der Produkte in den Eigenkonsum. Die übrigen Erzeugnisse werden “auf dem Teller und im Glas” verkauft. Somit ist die gesamte Wertschöpfungskette in der Hand des Bauern. Weil er herstellt, veredelt und verkauft.“, sagt Reinhold Messner zu den Höfen.

Zum Bauernladen

Wer die vor Ort erzeugten Produkte auch probieren möchte, ist herzlich in den Gasthof Schlosswirt eingeladen. Mit glücklichem Gaumen geht´s dann wieder zurück ins Tal: entlang der moosigen Wasserrinnen des Tscharser Waalweges oder mit dem Shuttle-Bus. Weiterhin bewacht Schloss Juval den Eingang ins Schnalstal. Während man sich an der eisernen Pforte nochmals umdrehen mag, gibt dieser Wächter in Stein gemeißelt noch einen Gruß mit auf dem Weg: Tashi Delek – Viel Glück!

Zum Schlosswirt
Skulpturen soweit das Auge reicht © Karmen Nahberger

Moaralm © TVB Schnalstal

Reinhold Messners Geheimtipps Der Lieblingsplatz

Einer meiner Lieblingsplätze, die schönste Stelle, ist die Moaralm, die unbedingt zu erhalten ist. Ein grandioser Ausblick! Die Hütte ist jetzt auch gut erreichbar. Wenn dort etwas in die Gastwirtschaft investiert würde, dann könnte der Hüttenwirt sicher davon leben. Es müsste aber sicher in den nächsten Jahren passieren. Die Hütte stammt aus dem Mittelalter, die darf man nicht kaputtgehen lassen.

Der Weg zur Moaralm

Reinhold Messners Geheimtipps Das Lieblingsgericht

Das beste Schöpserne habe ich auf dem Finailhof bei der Bäuerin gegessen. Das wurde im Sud vom Rübenkraut stundenlang, vielleicht sogar über einen Tag lang gekocht. Das Rübenkraut war ganz klein geraspelt und das Fett hat sich darin ganz aufgelöst. Phänomenal! Dafür würde ich immer wieder reinfahren!

(Zur Erklärung: Das Schöpserne ist ein würziges Schaffleisch-Gericht, bei dem alle Teile des Schafes verkocht werden.)

Zum Finailhof
Finailhof, Schöpsernes © Finailhöfe

Diese Geschichten könnten Sie auch interessieren: