Essen ist ein Bedürfnis, genießen ist eine Kunst.

François de La RochefoucauldFranzösischer Literat

Aus der rustikalen Tiroler Küche und der mediterranen Küche Italiens entwickelte sich zwischen Brenner und Salurn eine eigenständige Südtiroler Küche. In diesem Artikel lernen Sie die Raffinessen der Schnalstaler Küche kennen, sowie die zahlreichen kulinarischen Veranstaltungen der kommenden Wandersaison. Falls Sie es noch nicht abwarten können, finden Sie auch ein himmlisches Rezept zum Nachkochen.


Die Genussreise Das Schnalstal schmecken

Je tiefer das Tal, desto tiefer tauchen wir in die Besonderheiten der Südtiroler Kost ein. Die traditionelle Schnalstaler Küche ist die Küche der Bergbauern, in der das gekocht wurde, was an Rohstoffen vorhanden war. Heute öffnen hier Schutzhütten und Bauerngasthöfe ebenso wie Gourmetrestaurants ihre Speisekammern, um Gerichte aus Urgroßmutters Zeiten auf den Tisch zu bringen, traditionell klassisch oder neu interpretiert.

Kaiserschmarren © Helmuth Rier
Traditionelle Südtiroler Küche © Helmuth Rier

Schöpsernes – also das Fleisch vom Schaf, wird sich auf fast jeder Speisekarte finden. Und wie die Natur rundum imposant und wild schwingt, so wird sie auch ins Essen geholt. Denn wilde Kräuter und gepflegte Gemüsegärten wachsen nicht selten direkt vor der Küchentür.


Die Spezialitätenwochen Wieder auf das Schaf gekommen

Das Schaf: Was rankt sich im Schnalstal nicht an Geschichten um diese sanften Herdentiere. Wie sie über das Joch getrieben werden. Hunderte, tausende der weißen, braunen und schwarzen Bergschafe. Wie sie oben weiden, auf den üppigen Wiesen zwischen den Gletschern. Vor rund 600 Jahren, anno 1415, wurden die Grundbesitz- und Weiderechte vertraglich geregelt und der Wanderweidewirtschaft, der Transhumanz, damit rechtlich der Boden geebnet.

Transhumanz © Pixabay
Südtiroler Küche © Helmuth Rier

Anlässlich dieses Jubiläums hat der Hoteliers- und Gastgewerbeverband zusammen mit dem Kulturverein Schnals in den Schubladen gestöbert und nach alten Schaffleisch- Rezepten gesucht- und gefunden. Die kreativen Schnalstaler Küchenchefs interpretieren und kreieren nun fantasievolle Gerichte rund um das Schnalser Bergschaf. Mindestens eine “schöpserne” Vor- oder Hauptspeise steht auf der Speisekarte der Betriebe, welche ihre Gaststuben mit der ureigenen Schnalstaler Herzlichkeit öffnen. Die Spezialitätenwochen finden im jährlich September statt.

Zu den Spezialitätenwochen

Die Genusswerkstätten Anleitung zum Selbermachen

Die Schnalstaler sind ideenreich und qualitätsbewusst. Doch auch in der nahen Umgebung finden sich Angebote, die das Genießen einfach machen. Rund um Meran sind die Genusswerkstätten entstanden, eine Initiative, die jede kulinarische Sehnsucht stillt. Die Werkstätten zum Genießen möchten regionale und saisonale Produkte in die Küche und auf den Teller bringen.

Genusswerkstätten im Meranerland © Pixabay-1371196
Kochkurs - Alte Mühle © Gasthof Alte Mühle

Zahlreiche Gastronomiebetriebe, von der Alm bis hin zum Gourmetrestaurant, präsentieren ihre alpin- mediterranen Kreationen und schenken das Rezept zum Nachkochen gleich dazu. Aber jeder weiß: Das eine ist das Kosten, das andere das Nachkochen. Die Genusswerkstätten bieten auch Kochkurse an! In lockerer Atmosphäre kann die ein oder andere Variante probiert werden – Tipps vom Profi inklusive.

Zu den Kochkursen

Rezept Die Schnalser Schneamilch

Um diese Schneemilch rankt sich ein ungelöstes Rätsel – Die Vinschgauer und die Schnalstaler sind sich nicht ganz einige darüber, wer sie denn nun wirklich erfunden hat. Im Geschmack wird die Unterscheidung schwerfallen, aber nicht in der Art, wie die leckere Nachspeise angerichtet wird: Die Vinschgauer mischen die Sahne unter, während die Schnalstaler sie als Häubchen servieren.

...bis zum süßen Abschluss © Helmuth Rier
Zimtstangen © Pixabay-514243

Schnalser Schneamilch Die Zutaten

  • 150g altbackenes Weißbrot (ohne Rinde)
  • eventl. auch Knödelbrot
  • 1/2 Vanilleschote
  • 200ml Milch
  • 20g Rosinen
  • 4 EL Grappa (oder Rum)
  • 2 EL Pinienkerne
  • 2 TL abgeriebene Zitronenschale
  • 3 EL Zucker
  • Semmelbrösel (bei Bedarf)
  • 150g Sahne
  • 1 EL Zimtpulver

Schnalser Schneamilch Die Zubereitung

  • Das Weißbrot in Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Die ausgeschabte Vanilleschote, das Vanillemark und die Milch in einem Topf bis fast zum Siedepunkt erhitzen, dann die Vanilleschote entfernen. DIe Milch über das Brot träufeln und etwa 30 min. ziehen lassen.
  • Dann das befeuchtete Weißbrot mit den Rosinen im Grappa oder Rum einweichen. Die Pinienkerne ohne Fett anrösten. Das eingeweichte Brot mit den Rosinen, Grappa, Pinienkernen, Zitronenschale und 2 EL Zucker vermengen. Falls die Masse zu weich ist, Semmelbrösel zugeben.
Pinienkerne © Pixabay-1732073
Schnalser Schneamilch © Helmuth Rier
  • Die Brotmasse mit den untergemischten Zutaten auf eine Platte geben und mit einem Messer zu einem länglichen, oben abgeflachten Hügel formen. Mit Klarsichtsfolie abdecken und 2-3 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  • Zum Servieren die Sahne mit dem übrigen Zucker steif schlagen, die Brotmasse damit überziehen und mit Zimt betreuen.
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